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Agadir und der tiefe Süden

Einst war Agadir die portugiesische Festung Santa Cruz de Cap de Guè. Erst 1541 wurde sie zu Agadir, als der Sultan Mohamed el Cheic diese den Portugiesen wegnahm. Die einzige historische Spur der Altstadt ist die alte Kasbah auf dem Hügel Cap Ghir. 1760 kam es zu einer schläfrigen Zeit von reinem Überleben, da der Hafen zugunsten Essaouira stillgelegt wurde. 1911 wurde Agadir weltbekannt durch den "Agadir Zwischenfall", der mit der Übertragung eines Teiles Congos an Deutschland durch Frankreich endete. In den 30er Jahren war Agadir eine wichtige Zwischenstation der "Aeropostale", die den atlantischen Ozean überflog. 1960 wurde die Stadt durch ein Erdbeben fast völlig zerstört. Die neue Stadt wurde drei km. südlicher wiedergebaut. Heute ist sie ein internationales Touristenzentrum. Der Fischereihafen ist der wichtigste des Landes. Eine Fischversteigerung findet dort jeden Nachmittag statt.

  

Die Kasbah

1540 wurde die Kasbah gebaut, um die portugiesische Festung zu belagern. Später diente sie als Verteidigungspunkt. Nur das alte Stadttor und die Mauer sind übrig geblieben. Die neue Stadt wurde drei km. südlicher gebaut, um die Gefahr eines neuen Bebens zu vermeiden. Breite Boulevards verbinden Stadtvietel, Gärten und grüne Zonen. Die touristischen Aufnahmekapazitäten von Agadir nehmen ständig zu. Zwischen Eukalypten, Tamarinden und Thymian werden immer neue Hotels an dem langen, feinsandigen Strand gebaut, vom Ozean geschützt durch die Halbinsel Cap Ghir.

  

Route Agadir-Tiznit-Tan-Tan

Die Küstenstrasse von Agadir nach Tan-Tan ist ca. 400 km. lang und führt in die Wüste. Verlässt man Agadir Richtung Süden, befindet man sich schon im tiefsten Marokko. Die Strasse führt zur Massa Mündung und zum Nationalpark von Sous Massa. Das ist ein grünes Juwel mitten in der Wüste, umgeben von Schilfen und einer breiten Sandbank und ist der ideale Zufluchtort für Zugvögel. An der Ouadi-Massa Mündung wird die Landwirtschaft traditionel betrieben. In der geschützten Reserve kann man Wildschweine, Mangusten, seltene Reiher, Flamingos und Fischadler beobachten.

  

 

Tiznit

Weiter nach Süden erreicht man Tiznit. Die Stadt wurde 1882 gebaut und entwickelte sich schnell dank dem Handel mit Europa. Hier fing die "Kaiserroute 1" an.

Das Stadtzentrum

Die Stadt ist von einer 6 Km. langen, rosafarbenen Wallmauer aus Pisé umgeben. Das Stadtzemtrum ist der Mechouar, ein vieleckiger Marktplatz. Im nahgelegenen Souk der Juweliere kann man silberne Berberschmuckstücke kaufen. Die Handwerker von Tiznit sind für die Herstellung wertvoller dekorierter Säbel und Dolche berühmt, die man in der grossen Moschee nördlich vom Marktplatz bewundern kann.

Sidi Ifni

Einst eine alte spanische Befestigungsanlage, später marokkanisch geworden, ist Sidi Ifni eine spanische Kolonialsiedlung aus den 30er Jahren. Sie liegt 50 Km. hoch über dem Ozean. Der Strand der Archen mit natürlichen Erosionsgebilden ist einen Besuch wert. Die Strände Sidi Ifnis sind wenig bekannt, sauber und oft menschenleer.

"La plage aux arches" nördlich von Sidi Ifni

 

 
  

Goulimmie

Wird auch "der Strand der blauen Männer" genannt, weil die nomaden Kamelhändler blaue Gewänder tragen. Berühmte Zwischenstation für die Karawanen aus Niger Mali und Senegal. Jede Woche findet dort ein Kamelmarkt statt.

Tan Tan

Ehe man sich auf den Weg nach TanTan macht, muss man um behördliche Genehmigung ersuchen. Die Route erstreckt sich zwischen breiten steinigen Feldern und Sanddünen. Die Stadt, ca. 400 km südlich von Agadir gelegen, ist klein und bietet in der Nähe einen idealen Badeort für den Reisenden, der Stille und Ruhe sucht.

  

Route Agadir-Tarouddant-Tiznit

Die Mauern von Tarouddant

Die Strasse im Landesinneren, die sich zwischen Palmenhainen und enormen Findlingen erstreckt, überquert den Südwesten von Marokko, eine sehr interessante Region, die von Touristen nicht viel besucht wird. Tarouddant liegt ca. 80 Km von Agadir entfernt. Die Stadt bewacht den Eingang zum Soustal und wird "die kleine Marakech" genannt. Die Mauer und die kleinen vielfaltigern Souks sind einen Besuch wert. Fährt man weiter, kommt man in Tafroute an. Die Stadt liegt in 1000 m. Höhe in einer Bucht aus rosafarenem Granit zwischen Palmen und Olivenhainen. Sie ist die Hauptstadt des Berberstammes "Chleuch", der seine Berühmtheit seiner Handelstüchtigkeit verdankt. Gegen Ende des Winters setzt eine eindrucksvolle Mandelbaumblüte ein, und jedes Jahr wird das Fest der Mandelblüten gefeiert. Hinter Ait Baha steigt die Strasse weiter über die Berge des Anti-Atlas und überquert die Region Ilallen, welche durch "Agadir" berühmt ist (das Wort bedeutet "befestigtes Land"). Unter diesen Dörfern, in der Oase Ait Monsour, ist Tiallit einen Besuch wert.

Un des 27 villages de l'oasis de Ait Monsour